Das von mir verwendete Learning Management System (LMS) ist vermutlich anders als das, mit dem du sonst an deiner Hochschule arbeitest. Bist du freiberuflicher Dozent in der Weiterbildung, könnte es sogar für deine Zwecke eine sinnvolle Basis sein.
Damit du in diesem Kurs gut zum Ziel kommst, erläutere ich dir Funktionen und Besonderheiten, die ich zur Verfügung stelle:
- Die Videos enthalten Untertitel und Transkripte.
- Ein Documentation Tool unterstützt deine kursbezogenen Notizen.
- Lektionenbezogene Notizen können auch am Ende jeder Lektion im LMS gemacht werden.
- Konservative Aktivierungsempfehlungen sorgen für „barrierefreie“ Präsenzphasen.
- Du kannst deinen Bearbeitungsstand stets im Überblick sehen: durch dein Markieren der bearbeiteten Lektionen.
1. Videos mit Untertiteln und Transkripten
Das nachstehende Einführungsvideo, das du von der Kursbeschreibungs- und Buchungsseite kennst, hat hier nun auch
- Untertitel (in unserem Kontext nur in deutscher Sprache, man kann aber beliebig viele Sprachen einbringen),
- Interaktivität (ein kurzes Quiz) und
- erweiterte Abspielgeschwindigkeiten.
Realisiert habe ich das mit Hilfe von H5P, Element: Interactive Video (ja, es lassen sich sogar Interaktivitäten integrieren).
Außerdem findest du unter meinen Videos stets ein „Akkordeon“ zum Auf- und Zuklappen mit dem zugehörigen Transkript.
Es werden keinerlei Daten erhoben bei der Nutzung von H5P-Elementen – weder personenbezogene noch sonstige statistisch nutzbaren Daten. Einfach mal keine!
📖 Transkript
Erinnerst du dich noch an den Moment, als es so ganz und gar still wurde? Wir schrieben das Frühjahr 2020. Von einem Tag auf den anderen wurden uns die Hörsäle und Seminarräume zugeschlossen. Betreten verboten! Dozenten, Lehrer und Trainer saßen plötzlich zu Hause vor ihren Laptops. Wir alle wurden in ein Experiment geworfen, für das wir uns nicht freiwillig gemeldet hatten. Wir haben improvisiert, wir haben geflucht, wir haben zu schwarzen Zoom-Kacheln gesprochen.
Es war eine Zeit der Krise. Aber – und das ist der Grund für dieses Kurs – es war auch der Moment einer großen Entdeckung.
Denn in dieser erzwungenen Stille haben viele von uns zum ersten Mal gemerkt, was am „alten System“ vielleicht gar nicht so perfekt war. Wir haben uns gefragt: „Warum fahre ich eigentlich seit zehn Jahren jeden Dienstag um zu 8 Uhr durch den Stau, nur um denselben Vortrag zu halten, den ich auch letztes Jahr gehalten habe? Warum sitzen meine Studierenden passiv aufgereiht, und schreiben allenfalls mit, statt mitzudenken? Und warum sind die Prüfungsergebnisse am Ende oft so ernüchternd?“
Ich habe damals, mitten in dieser Umbruchphase, einen Videokurs aufgenommen. Er entstand aus der Notwendigkeit, Kollegen zu helfen, die wie ich plötzlich digital lehren mussten. Doch was als technischer „Erste-Hilfe-Kurs“ begann, entwickelte sich schnell zu etwas Größerem: einer Anleitung für eine bessere, menschlichere und wirksamere Lehre. Dieser Online-Kurs jetzt ist die 2., vollständige überarbeitete und erweiterte Auflage des früheren Kurses.
Um was geht es? Wir nennen es „Flipped Classroom“ oder „Inverted Classroom“. Aber eigentlich sollten wir es „Lehre mit gesundem Menschenverstand“ nennen. Wir meinen mit beiden Bezeichnungen dasselbe: den Kopfstand der Lehre. Es geht um das Prinzip, die kostbare Zeit, die wir gemeinsam haben, nicht für Monologe zu verschwenden, sondern für Dialoge zu nutzen. Es geht darum, das Wissen auszulagern, damit der Kopf frei wird für das Verstehen.
Dieser Kurs ist die Essenz aus diesen Erfahrungen. Er ist darum keine trockene Theorie-Vorlesung, sondern dein praxisnaher Fahrplan. Geschrieben von einem Praktiker für Praktiker, führt er dich durch zwei logische Abschnitte:
In den Kapiteln 1 bis 5 gehen wir die originären fünf Schritte unseres Konzeptes durch, von der ersten Planung über die Videoproduktion bis hin zum neuen Verhalten im Seminarraum.
In den Kapiteln 6 bis 10 widmen wir uns dann der Vertiefung und den Perspektiven: Wir schauen uns an, wie sich das für dich rechnet, wie du als Freelancer davon profitierst und wie du die Methoden auch in der klassischen Lehre nutzt. Mit Fug und Recht!
Vielleicht zögerst du noch. Vielleicht denkst du: „Das ist mir zu viel Technik.“ Oder: „Dafür habe ich keine Zeit.“ Ich verspreche dir: die Zeit, die du jetzt investierst, bekommst du tausendfach zurück. Nicht nur in Form von freien Stunden, sondern in Form von etwas viel Wertvollerem: der Freude am Lehren. Wir wollen nicht zurück in den alten Trott. Wir wollen vorwärts. Kommst du mit?
2. Unterstützung deines Selbststudiums
Das nachstehende Tool habe ich ebenfalls mit Hilfe von H5P (Element: Documentation Tool) erstellt und per iframe eingebaut.
H5P-Elemente lassen sich in Moodle pflegen und auch in WordPress. Bei mir (in WordPress) sind die Elemente von H5P nur „closed shops“, sie können also keine Nutzerdaten oder sonstige Daten erfassen und weitergeben.
Nutze dieses Documentation Tool gern für deine Arbeit mit diesem Kurs!
3. Notizen bei jeder Lektion machen
Unten links am Seitenende lädt dich ein nach oben zeigender Haken dazu ein, die im LMS enthaltenen Notizenmöglichkeiten zu verwenden – in jeder Lektion.
Diese Notizen speichert mein LMS (WP Courseware) nicht für mich einsehbar, sondern nur für jeden Nutzer selbst. Es ermöglicht dir auch, deine Notizen zu den anderen Lektionen aufzurufen und einzusehen. Ein Export ist jedoch nicht vorgesehen – per Drag und Drop ist er aber möglich.
Nutze auch dieses Notizen-Tool für deine Arbeit mit diesem Kurs!
4. Konservative Aktivierungsempfehlungen
Die Empfehlungen zur Aktivierung der Lernenden in der Präsenzphase habe ich bewusst konservativ gehalten. Gängige Tools wie Kahoot! und Mentimeter haben Gamification-Charakter, der in meiner Wahrnehmung nicht für hochschulisches Arbeiten passend ist. Beide Tools gelten im schulischen und universitären Kontext in Deutschland zudem als kritisch, da sie standardmäßig personenbezogene Daten (wie IP-Adressen) verarbeiten und die Rechtslage für den Datentransfer in Drittländer (insbes. USA) komplex ist.
Hinzu kommt, dass das gemeinsame Arbeiten in der Präsenzphase auch ohne die ständige Nutzung von Mobilgeräten gedacht, geplant und realisiert werden könnte, zudem sollte es in jeder Hinsicht barrierefrei sein. Ferner verfügen nicht alle Studierenden gleichermaßen über eine solche technische Ausstattung – und niemand sollte deswegen Diskriminierung erfahren müssen.
Die soziale Präsenz ist das wertvollste Gut der Präsenzphase. Wenn alle immer wieder auf ihre eigenen Bildschirme starren, wird die „analoge Chance“ des Flipped Classroom verschenkt. Wirkliche Interaktion entsteht durch Blickkontakt, Körpersprache und physische Zusammenarbeit.
Entsprechende aktivierende Methoden für die Präsenzphase, die ohne Mobilgeräte maximale soziale Interaktion fördern, stelle ich dir im Laufe unseres Kurses vor.
5. Lektionen abarbeiten
Ich habe diesen Kurs für dich bewusst so eingestellt, dass du eine Lektion nach der anderen bearbeiten wirst. Warum? Dafür sprechen zwei Gründe:
- Onlinekurse, die man wie ein Buch durchblättern und an beliebigen Stellen „betrachten“ kann, führen nachweislich dazu, dass keine sie mehr nutzt. Wohl auch deswegen sind solche Onlinekurse inzwischen uninteressant geworden – tot.
- Deine Studierenden erleben es ja auch, wenn du mit ihnen gemäß dieser Didaktik arbeitest: Du wirst ihnen Woche für Woche deine Lektionen und Aufgaben zugänglich machen, also immer nur das, was wirklich „ansteht“!
Wer hier am Ende einer Lektion die Aufgaben bearbeitet und eingereicht hat, dem erscheint sie dann in der Übersicht (am Desktop: rechte Spalte – mobil: unter der Lektion) grün unterlegt. So siehst du stets, wie weit du gekommen bist!
Automatisches Zertifikat
Und schließlich kannst du am Ende des Kurses dir auch das automatisch erstellte Zertifikat über deine Teilnahme downloaden.
Das Zertifikat erfasst nur deine Lesebestätigung pro Lektion und ist daher nicht Ergebnis einer individuellen Überwachung des Lernfortschritts – eine solche findet hier nicht statt.
Ein kreatives und fruchtbares Arbeiten mit diesem Kurs wünsche ich dir!
